Glaubenssätze beeinflussen unser ganzes Leben – oft ohne, dass wir es bemerken. Nehmen wir einen der am weitesten verbreiteten Glaubenssätze: Du glaubst von dir, dass du nicht gut genug bist.
Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?
Im Job bist du vielleicht unsicher und traust dich in wichtigen Meetings nicht, deine Meinung zu äußern. Oder du denkst: „Das kann ich sowieso nicht“ – und meldest dich erst gar nicht für ein spannendes Projekt.
Im Sport glaubst du nicht wirklich daran, dass du auf dem Podest stehen kannst – und bereitest dich entsprechend weniger konsequent vor.
Im Freundeskreis bittest du nicht um Unterstützung, weil du nicht daran glaubst, sie überhaupt zu bekommen.
Doch was ist ein Glaubenssatz – und wie entsteht er?
Ein Glaubenssatz ist eine Überzeugung, eine Aussage oder ein inneres Muster, das wir für wahr halten und das sich in unserem Verhalten sowie in unseren Ergebnissen widerspiegelt. Er beeinflusst unsere Wahrnehmung der Welt, ohne dass wir es direkt bemerken. Der Gedanke „Ich bin nicht gut genug“ löst Ängste und Selbstzweifel aus – und blockiert unser Potenzial.
Der Zellbiologe Bruce Lipton beschreibt es so:
„Es sind nicht unsere Gene, die unser Leben steuern, sondern unsere Überzeugungen.“
Wie entstehen Glaubenssätze?
Grob gesagt auf drei Arten:
- Frühe Kindheit (bis ca. 7 Jahre): Unser Gehirn saugt Botschaften aus Familie und Umfeld ungefiltert auf. Hören wir oft „Du bist ein Schussel“, übernehmen wir das und sagen als Erwachsene „ich war schon immer schusselig“. Hören wir hingegen „Du bist liebenswert, so wie du bist“, prägt auch das unser Selbstbild.
- Eigene Erfahrungen: Aus unseren Erlebnissen entwickeln wir Regeln. Zum Beispiel: „Mit Geld habe ich einfach kein Glück“ oder „Mit Aktien habe ich ein gutes Händchen.“
- Kulturelle Glaubenssätze: Gesellschaftliche Normen prägen uns von Kindheit an und später leben wir oft danach ohne sie jemals zu hinterfragen. Als Beispiel „Zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen“. Oder: „Jeder Tag ist eine neue Chance, es besser zu machen.“
Wozu sind Glaubenssätze nützlich?
Sie helfen uns, die Welt einzuordnen und geben Stabilität, Sicherheit und Orientierung. Unterstützende Überzeugungen sind wertvoll – auch wenn sie nicht unbedingt wahr sind. Wenn du glaubst, dass du liebenswert bist, gehst du mit Selbstvertrauen auf Menschen zu und fragst einfacher nach Unterstützung.
Wie erkennt man seine Glaubenssätze?
Die meisten unserer einschränkenden Überzeugungen sind unbewusst. Drei Wege, ihnen auf die Spur zu kommen:
- Innerer Dialog: Achte auf deine Gedanken in Stresssituationen. Beispiel: Eine Kollegin sagt nach jedem Fehler mindestens fünfmal „Bin ich dumm.“
- Wiederkehrende Muster: Wenn sich Themen ständig wiederholen – etwa scheiternde Beziehungen – könnte der Glaubenssatz dahinter lauten: „Ich verdiene keine Liebe.“
- Emotionale Reaktionen: Übertriebene Reaktionen sind oft ein Hinweis. Beispiel: Übermäßiger Ärger bei Kritik („Ich bin nicht gut genug“).
Bewusstsein ist der erste Schritt, um Glaubenssätze zu erkennen, zu hinterfragen – und zu verändern.
Anleitung zur Arbeit mit Glaubenssätzen
- Glaubenssatz benennen:
„Ich bin nicht gut genug.“ - Herkunft identifizieren: Woher kenne ich den Glaubenssatz? → „In der Schule hatte ich schlechte Noten und wurde im Sport oft zuletzt gewählt.“
- Würdigung: Inwiefern ist er förderlich, respektive was hat er Positives dazu beigetragen, mich dorthin zu bringen, wo ich heute bin? → „Dadurch habe ich gelernt, hart zu arbeiten und mir viel Wissen anzueignen.“
- Beeinträchtigung erkennen: Wie mache ich mir selbst das Leben schwer damit? Wie mache ich anderen das Leben schwer damit? → „Ich fühle mich oft unsicher und ängstlich, das kostet Energie.“ → „Im Team bringe ich mich zu wenig ein.“
- Bewusstheit schaffen: Wann ist der Glaubenssatz vor allem aktiv? → „Der Glaubenssatz ist vor allem im Job aktiv, besonders bei Kritik.“
- Regulation: Welche Affirmationen oder persönliche Erlauber benötige ich, um ihn zu regulieren? → Affirmationen in Ich-Form, positiv, gegenwartsbezogen: „Ich bin wertvoll und genug, so wie ich bin.“ „Ich erlaube mir, zu glauben, dass ich gut genug bin.“
Wiederhole diesen Satz wenn negative Gedanken oder Gefühle auftauchen. Wichtig: Wähle eine Affirmation die positive Gefühle auslöst oder mindestens neutrale. Stelle dir vor, wie es wäre, wenn du diese Überzeugung wirklich in dir trägst. Eine Affirmation mit einer Körperhaltung zu kombinieren ist eine weitere kraftvolle Möglichkeit (Power Posen).
Weitere Techniken sind:
- Hypnose oder Selbsthypnose
- Energiepsychologie (z. B. Klopftechniken, wingwave®)
- NLP-Techniken oder Achtsamkeit
Viel Spass bei der Erforschung und Veränderung deiner Glaubenssätze!
PS: Du BIST immer gut genug! Fehlende Fähigkeiten kann man sich aneignen.
Quellenangaben:
– Eigener Erfahrungschatz, Bruce Lipton – Zellbiologe und Autor „Intelligente Zellen“ („The Biology of Belief“)
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Der Autor
Name: Beatrice Göldi
Beruf: Coach/ Supervisorin/ Ausbildnerin
Website: beatricegoeldi.ch
Motto: “Be you – be free”
Ausbildnerin: Klientenbezogene Supervision/ Lehrsupervision
Seit über 15 Jahren begleitet Beatrice Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung. Sei das in Seminaren, als Trainerin oder im Einzelcoaching. Ihre Herzensthemen sind innere Freiheit und Potentialentfaltung. Also weg von Überforderung, Druck, Stress hin zu jemand der gelassener, mutig, engagiert und ideenreich seine täglichen Herausforderungen meistert, sein Potential mehr und mehr entfaltet und seine Wünsche und Ziele zu verwirklicht.
Kunden auf dem Weg zum Coach, Beraterin und Betrieblichem Mentor zu begleiten, ist für sie eine wunderbare Aufgabe. In einer von Humor und Leichtigkeit geprägten Umgebung werden durch Innenschau Prozesse angeregt, Entwicklungsschritte gemacht und von der Intelligenz der Gruppe zu profitieren ist für alle sehr befriedigend.



